25 Jahre UHC Elch

Still und unauffällig: Der UHC Elch wird 25

erstellt vor 87 Wochen und 5 Tagen ( permalink )

Die Welt schaut auf die Wall-Street oder auf Washington.... und nicht Richtung Wangen-Brüttisellen. Doch auch im 7000-Seelendorf wird in diesen Tagen Geschchte geschrieben. Und zwar Unihockey-Geschichte. Der UHC Elch Wangen-Brüttisellen feiert sein 25-jähriges Bestehen. Nicht viele Unihockeyvereine können einerseits auf eine so lange Geschichte zurückblicken und vor allem andererseits noch von sich behaupten, dass sie noch in der ursprünglichen Form existieren. Ein paar Beispiele? UHC Zürich, UHC Cosmic, Rot-Weiss Chur, Torpedo Chur, Giants Kloten, Hornets Bülach, Lakers Zürich, Sulz-Rickenbach....allesamt von der Bildfläche verschwunden oder zu neuen Clubs "verfusioniert". Klar, der Grashüpfer macht in der Swiss Mobiliar League einen guten Eindruck. Aber Grashüpfer sind unsympathische Viecher, die - sogar die Bibel erwähnt es in der Plage-Story - von einem Landstrich zum anderen wandern, alles kahlfressen und nur Verwüstung hinterlassen. Oder in unserem Beispiel mieserable Zuschauerzahlen und ein Stadion, das kurz vor dem Abbruch steht und nur noch durch Rekurse von sich reden macht (Fussball), ohne Aufstiegsambitionen auf dem Nationalliga-B-Eis herumgurkt (Eishockey), mit Munotstädtern fusionieren muss, um sportlich bestehen zu können (Handball) oder eben zwei traditionsreiche Unihockeyclubs und eine Damenmannschaft opfert, um in der schicken Sporthalle Hardau ein paar Schaulustige zu unterhalten, ohne jedoch den Weg in die grossen Tageszeitungen zu finden.


Da ist der Elch doch viel sympathischer. Im November 1983 aus Schweden importiert (zwei Jahre, bevor der Schweizerische Unihockeyverband den Sport offiziell aus Schweden importierte....) hat er bis heute sämtlichen Krisen und Fusionsplänen widerstehen können. Vize-Schweizermeister 1986, Absturz bis in die 3. Liga knapp 10 Jahre später....und heute, 25 Jahre nachdem Urs Wäckerlin mit seiner Gefolgschaft in der Pumpi-Bar im Zürcher Niederdorf den Verein gegründet hatte, zählt einer der verrücktesten Unihockeyclubs im In- und Ausland eine Damen-Mannschaft, fünf Nachwuchs-Teams und eine Herren-Mannschaft, die klare Signale sendet: Wir wollen erfolgreich sein und gleichzeitig die Elch-Philosophie der letzten 25 Jahre weiterpflegen: Eine gute Mischung aus Spass und Verrücktheit. Das einzige Rezept gegen Fusionen.... und die Auflösung des Geheimnisses, weshalb talentierte Spieler wie Lars Senteler, André Sterchi, Ronny Dällenbach oder der nimmermüde Peter Lamprecht, der bis auf ein kurzes Gastspiel beim UHC Nürensdorf und bei Floorball Santiago de Chile immer bei den Elchen war und auch heute noch mit dem kleinen Finger..... ach was, eher mit der ganzen Faust in der Nase noch in der Svenska Superligan spielen könnte, auch nach so vielen Jahren nicht in Dietlikon, Winterthur, Kloten oder Stockholm gelandet sind und somit gewährleisten, dass der UHC Elch von höheren Zielen träumen kann. Der UHC Elch war und ist ein Club, der darum solange bestehen kann, weil er sich selber nicht immer ernst nimmt aber in der Vergangenheit und in der Gegenwart auf Präsidenten zählen konnte, die ihren Job nicht nur gerne sondern verdammt gut gemacht haben und der nicht auf jeden Modetrend oder -zug aufgesprungen ist. Wozu Schweden verpflichten, wenn man mit einem libanesischen Ballkünstler ebenso erfolgreich agieren kann und einen holländischen Masseur in seinen Diensten weiss? Sie finden den Vergleich absurd? Dann fragen Sie mal die Schweden-Fans vom UHC Basel-Magic. Ach ja, das können Sie ja nicht, weil es den Club blöderweise ja gar nicht mehr gibt...


Weltkrise? In Wangen-Brüttisellen ist auf dem Unihockeyfeld nicht viel davon zu spüren. Und in 25 Jahren wird es diesen verrückten Club immer noch geben. Sofern uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt. Happy Birthday, UHC Elch.

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