25 Jahre UHC Elch

Sind wir tatsächlich im Keller?

erstellt vor 312 Wochen und 6 Tagen ( permalink )

Das Herrenteam des UHC Elch absolviert in dieser Spielzeit seine siebte Saison auf dem Grossfeld. Trotz der Tatsache, dass man bisher noch in jeder Saison den Tabellenführer geschlagen hat, klappte es nie mit dem Aufstieg. Das müsste beim einen oder anderen Elch einen wahren 2. Liga-Koller im Keller verursachen. Tut es aber nicht und wisst Ihr weshalb? Weil man bei der 2. Liga gar nicht vom Keller sprechen kann, dies aus mehreren Gründen. Da wäre einmal der Vergleich mit der deutschen Fussball-Bundesliga. Druide Hältnix hat eine Saison in Deutschland gespielt und als er jeweils gefragt wurde: "Was hast Du in der Schweiz gespielt" und er jeweils "2. Liga" antwortete, war für die meisten klar: Der Junge spielt in der zweithöchsten Spielklasse, da im Fussball die 2. Liga ja auch gleich nach dem Fussball-Paradies Deutschlands, der Bundesliga, kommt. Aber uns sollten mehr die Details innerhalb unserer Landesgrenzen interessieren. Was unterscheidet den UHC Elch von einem etablierten Nationalliga A-Verein, nehmen wir den SV Wiler Ersigen. Nun, bei den Bernern spricht man von genialen Brüdern (die Hofbauers), von Defensivkünstlern mit wenig Haaren (letzte Saison Marcel Kaltenbrunner), von ausländischen Topspielern (Olle Thorsell), von einem erfahrenen Trainer (Thomas Berger) von spannenden Derbys (gegen Köniz), von einem Vize-Schweizermeistertitel (als man in der Verlängerung vor ein paar Jahren an Rot Weiss Chur scheiterte), von Top-Goalies (Kellenberger und Streit), von internationalen Erfolgen (Sieg am Europacup) sowie von Nationalspielern (Streit, Gerber, Zimmermann). He, das alles kann der UHC Elch auch bieten: Geniale Brüder (die Kaufmanns und die Dällenbachs, auch wenn nur noch einer beim UHC Elch spielt), Defensivkünstler mit wenig Haaren (Andy Sterchi), ausländische Topspieler (Samih Fathallah), spannende Derbys (Herren gegen Embrach, Damen gegen Bassersdorf), einem Vize-Schweizermeistertitel (1986; ist zwar schon eine Ewigkeit her aber Tatsache), Top-Goalies, (Westermann, Vogel und Morf), einen erfahrenen Coach (Peter Lamprecht, der im Gegensatz zu Thomas Berger auch heute noch mit dem kleinen Finger in der Nase auf dem Feld die Gegenspieler ausdribbeln könnte) und einen internationalen Erfolg (Sieg am Konstanzer Bärenkapp-Turnier 1995). Wir finden in der Clubgeschichte sogar Spielerinnen und Spieler, die es in eine Auswahlmannschaft (Susi Pfister 1993 in die Regionalauswahl), resp. in eine Nationalmannschaft geschafft haben und an einer WM dabei waren (für Frankreich und Deutschland) Vor allem aber geht's in der NLA und in der 2. Liga um's gleiche: Der Ball ist gleich, das Stockmaterial ist gleich, die Goaliemasken sind gleich und man flucht auch hier über die Schiedsrichter. Man freut sich über ein erzieltes Tor, flucht über ein erhaltenes Tor und steht genauso unter der Woche auf dem Feld wie die NLA-Spieler. Man erleidet die gleichen Verletzungen, geht im Sommer ebenfalls auf den Vita-Parcours und flucht beim Sommertraining bei den Liegestützen genau gleich wie der NLA-Spieler. Ausser, dass er fünfmal in der Woche Liegestütze machen darf, während der Elch-Spieler zweimal pro Woche mit Stock und Ball auf Tore-  resp. mit Maske und Goalie-Weste auf Paradenjagd geht.

Es ist demnach überflüssig zu erwähnen, dass die 2. Liga alles andere als "Keller" bedeutet. Klar wäre ein Aufstieg schön aber wir haben ja zwei Sätze weiter oben gelernt: Je höher man spielt, desto mehr Liegestütze muss man machen. Und trotz meines hohen Alters weiss ich immer noch, dass man eher mit Stock und Ball, resp. mit Maske und Goalieweste etwas am Resultat auf der Matchuhr ändern kann als mit Liegestützen. Solange uns der Himmel nicht auf dem Kopf fällt, wird der UHC Elch auch weiterhin für Gesprächsstoff sorgen. Mehr davon gibt's in der nächsten Kolumne. Beim Teutates.

Euer Druide Hältnix

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